Konzept Bio- Monitoring Blei

Die BI fordert eine dauerhafte Prävention der gesundheitlichen Gefahren durch das natürliche Bleivorkommen im Raum Mechernich Kall.


Mit dem von der Bürgerinitiative veröffentlichtem Konzept eines Bio- Monitorings Blei für Mechernich, wurde ein kostensparendes, wissenschaftlich fundiertes und kontinuierliches repräsentatives Verfahren entworfen. Es lässt sich in den normalen Alltag integrieren und ist organisatorisch nicht an eine „Einmal-Aktion“ gebunden.

Ein Bio- Monitoring Blei Mechernich – Kall ist umsetzbar, aber es bedarf der Unterstützung und Zusammenarbeit aller Behörden, Parteien, Ärzten, Krankenkassen, der eingebundenen Organisationen, Helfer und vor allem der Bevölkerung.

Konzept Bio- Monitoring Blei Mechernich – Kall:

1. Es muss eine „Stabsstelle Blei“ bei der Stadt oder dem Kreis eingerichtet werden, die alle Maßnahmen zur Abwehr von gesundheitlichen Gefahren durch Blei nach geltendem Recht einleitet, koordinierend steuert, die Effektivität kritisch überprüft und über die Ergebnisse regelmäßig öffentlich berichtet. Dabei sollten Unterstützungsmaßnahmen durch Bund und Länder voll ausgeschöpft werden. 

2. Es muss ein Monitoring geben, um die Auswirkungen der örtlichen Bleibelastung auf die Gesundheit der Mechernicher zu überprüfen:

a. Dies ist am besten im Rahmen einer auch aus anderen Gründen notwendigen Blutuntersuchung realisierbar. Hierbei müssen aktuelle gesetzliche Vorgaben eingehalten, alle Untersuchungsergebnisse getrennt anonymisiert gesammelt und wissenschaftlich ausgewertet werden.

b. Bei der besonders gefährdeten Gruppe von Vorschulkindern und Erstklässlern muss es zusätzlich eine Bleibestimmung im Milchzahn geben. Im Gegensatz zur Momentsituation bei der Blutbestimmung, lässt sich im „Zahnknochen“, dem Dentin, die gesamte Bleibelastung der Lebenszeit bestimmen. Das ist eine der wichtigsten Untersuchungen des Monitoring in einem natürlichen Belastungsgebiet. Sie ermöglicht es, die aktuelle chronische Belastung dieser Altersgruppe repräsentativ in der betroffenen und auch außerhalb der Region jährlich vergleichend zu bestimmen. Damit lassen sich Hintergrund- und Zusatzbelastung, positive oder negative Tendenzen frühzeitig erkennen und es kann darauf ursächlich reagiert werden. Gleichzeitig ließe sich zum Beispiel mit einer Aktion „Spende einen Zahn der Zahnfee“ ein lebenslang vorausschauendes Gefahrenbewusstsein bei Kindern schulen.

c. Bei jungen Frauen mit Kinderwunsch, die aus belasteten Gebieten kommen, muss es im Rahmen der bestehenden Vorsorgeuntersuchungen eine Bleiwertbestimmung im Blut vor der Schwangerschaft und nach der Geburt im Nabelschnurblut und/oder der Muttermilch geben.

d. Bei Arbeitnehmern, die im belasteten Gebiet tätig sind oder längerfristig direkten Bleikontakt haben, ist eine Bleibestimmung im Rahmen der Arbeitsschutz-untersuchungen vorgeschrieben. Die Ergebnisse müssen in das Monitoring einfließen.

e. Bei allen Erkrankungen im Mechernich – Kaller Bleigebiet muss eine mögliche Belastung in Betracht gezogen und dann überprüft werden. Deshalb ist grundsätzlich bei unklarer Diagnose oder diffusen Symptomen wie Kopfschmerzen, Magen-Darmschmerzen, Konzentrationsstörungen, Gelenkschmerzen, etc., an eine Bleiwertbestimmung im Blut zu denken.

3. Es muss eine fachspezifische Bewertung und regelmäßige, transparente und objektive Berichterstattung über das Monitoring erfolgen mit sofortigen Konsequenzen, d.h. mit der Einleitung weiterer Maßnahmen bei Bedarf. Hier sollten Unterstützungsangebote durch Bund und Länder berücksichtigt werden.

4. Es muss eine aktuelle Bodenbleiwertbestimmung für alle Baugrundstücke, Sportanlagen, Schul- und Kindergartenspielplätze sowie Nutzflächen zur pflanzlichen und tierischen Nahrungsmittelgewinnung im Mechernich – Kaller Bleigebiet geben und kartografisch dokumentiert werden.

5. Es muss eine Informationsschrift geben, die vorbeugendes Verhalten und schützende Maßnahmen aufzeigt, mit denen man verhindert, dass Blei den Weg in den Körper finden kann. Außerdem muss unaufgefordert eine Karte des Blei- Verbreitungs-gebietes an alle Bürger verteilt werden – speziell an Neubürger. 

6. Es muss eine Fortbildung für alle tätigen Ärzte im Kreisgebiet geben, damit sie die sonst seltenen akuten und chronischen Erkrankungen auch durch Niedrig-bleibelastung kennen und erkennen – vor allem auch in lokaler Besonderheit.