Tipp für Eltern: Chance wahren – Milchzähne verwahren

Warum: Wenn Blei in den Körper gelangt – ist es immer schädlich! 

Weil es krebserregend ist und Erbanlagen verändern kann. Es macht Schäden an allen Organsystemen – Herz, Leber, Niere, Kreislauf, besonders in Nervengeweben und beeinträchtigt so die gesamte Hirnleistung. Über den Mund in den Verdauungstrakt wird Blei dort bei Erwachsenen laut Blei- Bodengutachten Mechernich zwischen 10 und 30% in den Körper aufgenommen und davon zu 90 % als fast unlösliches Salz im Knochengewebe mit einer Halbwertzeit von 20 bis 30 Jahre einlagert.  Also etwas fließt immer zurück in die Blutbahn, ist dort wieder schädlich und verursacht die chronische Bleivergiftung.

Kinder haben nach dem Gutachten eine fünfmal höhere Aufnahme aus dem Darm als Erwachsene, laut wissenschaftlicher Literatur ca. 60% und speichern davon etwa 60% im Knochengewebe. Zum Knochen zählt auch das Dentin im Milchzahn. Die Blutwerte schwanken deshalb häufig.
Der Zahnwechsel um das 6. Lebensjahr bietet die einmalige Chance, die gesamte Bleiansammlung im Dentin seit Schwangerschaft und Geburt zu bestimmen. Es ist  für einen Jahrgang insgesamt möglich, aber auch für lokale Gruppen, wie einzelne Kitas als Vergleich untereinander, ebenso wie die Kontrolle zu nicht belasteten Gebieten innerhalb des Kreises zu. Bei jährlicher Wiederholung  lässt sich dadurch die Wirksamkeit von Schutzmassnahmen beweisen. 

Benötigt werden 2 Schneidezähne. Die Speicherung in den Milchzähnen bleibt auch bei längerer trockener Lagerung konstant, so dass der Nachweis einer Belastung  später jeder Zeit möglich ist.
Die Untersuchung ist besonders wichtig für Orte, wo erhöhte Bodenbleiwerte eine ständige Gefahr sind, wie bisher auf 42 Mechernicher Spielplätzen, die deshalb laut gültigen Bodenschutzgesetzen von 1999 jetzt saniert werden müssen. Das macht deutlich, wie ernst das Umweltministerium die Gefahr einer umweltschädlichen Bleibelastung für Kinder im Vorschulalter nimmt und wie berechtigt die Sorge der Eltern ist.

In wie weit es in der Vergangenheit zu gesundheitsschädlichen Bleibelastungen der Kinder dort gekommen ist, wurde bisher nicht ausreichend untersucht. Es ist wohl auch nicht vorgesehen und gewollt, da nach Aussage von Kreis und Stadt eine Arbeitsgruppe mit übergeordneter Beteiligung einschließlich Landesministerium sich ausschließlich um den Bodenschutz kümmern soll und eine erneute Blutuntersuchung vorläufig nicht statt finden wird. Wohl deshalb wurde die längst fällige Neubewertung der Blutuntersuchung für Kinder nicht veröffentlicht, obwohl oder weil nun bei mehr als 25% der untersuchten Kinder die Werte oberhalb der gültigen Referenzwerte als Zeichen einer zusätzlichen Belastung liegen werden.

Die Ergebnisse einer Kontrolluntersuchung nach Sanierung der Spielplätze und Wechsel in Schulen wird man nicht mehr den Versäumnissen der Vergangenheit zurechnen können und schließlich verjähren.

Deshalb empfehlen wir dringend allen Eltern: 

Wahren Sie die Chance und verwahren Sie mindestens 2 Schneidezähne beim Wechsel aus dem Milchgebiss um jeder Zeit noch einen Beleg zu haben für die Bleibelastung Ihrer Kinder am Ende der Vorschulzeit!

Dr. Jörg Schriever

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