Leben in Mechernich heißt auch, sich mit Blei in Mechernich zu beschäftigen. Das Thema geht alle Bürger an, aber auch alle Touristen der Stadt.

DOKU BLEI aktuell

25.08.2021 – Blei im Blut nachgewiesen – Negative Folgen bei der Intelligenzentwicklung nicht auszuschließen 

Bei Kindern und Jugendlichen im Raum Mechernich und Kall sind die Bleiwerte im Blut erhöht. Seit Jahren warnen wir als Bürgerinitiative vor den Gesundheitsgefahren. Die jetzt vorgelegte  Stichproben-Untersuchung weist deutlich erhöhte Bleikonzentrationen nach und der Leiter des Kreis-Gesundheitsamts räumt erstmals ein, dass die Intelligenzentwicklung von Kindern und Jugendlichen bei den gefundenen Bleiwerten verändert sein kann.

Bereits eine Überprüfung der bleibelasteten Böden auf Spielplätzen im Mechernich-Kaller Raum hatte ergeben, dass bei vielen der zulässige Bleigiftwert überschritten ist.

Trotz aller wissenschaftlicher Belege versuchen die politisch Verantwortlichen die Ergebnisse erneut kleinzureden (siehe Artikel „Erhöhte Bleiwerte im Blut“ vom 19.08.2021 auf der Internetseite der Stadt Mechernich). Dabei besteht weiter Handlungsbedarf. Der größte Teil der Bevölkerung in dieser Region lebt auf bleibelasteten Böden, noch sind sich nicht alle hier der Gesundheitsgefahren und vorbeugenden Maßnahmen bewußt.

Hier mehr zur der aktuellen Stichproben-Untersuchung. Sie wurde im Juli 2021 vom Institut für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin des Universitätsklinikums Aachen durchgeführt. Link  Faktenblatt | Link  Presse-Info zur Blei Studie

Seit 1991 gibt es ein Gutachten „Link  Boden- und Baustoffuntersuchungen auf Kinderspielplätzen der Stadt Mechernich“ und somit hätte in der ehemaligen Bleiabbauzone Mechernich-Kall eine Überprüfung der Bleibelastung in den Böden und ihrer Auswirkung auf die Gesundheit der Bevölkerung erfolgen können. Spätestens jedoch mit dem Erlaß aus dem Jahr 2000 „Link  Vorsorgender Gesundheitsschutz für Kinder auf Kinderspielflächen“  hätten die politisch Verantwortlichen tätig werden müssen. Dies ist nicht geschehen. Erst durch die Recherchen der Bürgerinitiative und ihr unermüdliches Einfordern von Transparenz, wissenschaftlichen Studien und politischem Druck auf die jahrelang untätigen Verantwortlichen in Mechernich haben dazu geführt, dass 2019 die Gefahr durch Blei öffentlich angesprochen und erstmals auch von Stadt und Kreis Studien beauftragt wurden. Es werden nicht die letzten sein, denn Blei bleibt!

Link  Alle Studien und Gutachten finden Sie hier.

KSTA | Link  Kall und Mechernich Studie weist erhöhte Bleiwerte bei Kindern und Jugendlichen nach

12.09.2021 – Update zur Flutkatastrophe: Sensible Flächen wie Kinderspielflächen und Hausgärten müssen jetzt vordringlich untersucht werden! Langfristig muss sichergestellt werden, dass durch die Überschwemmungen vom 13./14./15. Juli 2021 keine Gefährdungen für die Menschen und die Umwelt entstanden sind. Kreise und kreisfreie Städte müssen handeln: Das MULNV hat per Erlass vom 30.07.2021 organisatorische und fachliche Hinweise zur Durchführung der Bodenuntersuchungen zur Verfügung gestellt. Fördergelder wurden vom Land in Aussicht gestellt. Der Kreis Euskirchen hat einen Förderantrag am 07.09.2021 eingereicht.

Weitere Informationen dazu vom Kreis Euskirchen 06.09.2021: 
Link Beprobung des Bodens im Kreis Euskirchen in den von der Flut betroffenen Gebieten hier: Link Antrag der Kreistagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Außerdem der Bericht zu den Link Hochwasserereignissen Mitte Juli 2021 vom Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Seite 24 „Bodenschutz“.



10.08.2021 – Flutkatastrophe: Vorsicht Blei- Schlamm  –  in meinem Garten, auf Spielplätzen, Wiesen und Feldern.
Lokale Besonderheit: Veybach mit Burgfeyer Stollen und im Verlauf die Erft, so wie Bleibach und Rotbach mit kleineren Zuflüssen aus dem bekannten natürlichen Blei- Belastungs- gebiet Mechernich Kall mit seinen Altlasten sind schon immer durch überhöhte Bleiwerte gefährlich, weniger durch das Wasser selbst als durch mitgeführtes Sediment aus Dreck und Schlamm. 
Gefahr für Mensch und Tier infolge deutlich erhöhter Bleiwerte durch Grundwasser- anstieg, Höchstwerte der Flut mit Neuüberschwemmungen und Verschlammung ist zu rechnen.

Dass der Überschwemmungsschlamm allerlei gesund- heitsschädliche Substanzen mitgespült hat, wie Öl aus zerborstenen Heizöltanks etc., ist bekannt. Lokal kommt Blei als hochgiftiges Schwermetall hinzu, besonders wenn es direkt oder über die Nahrungskette Pflanze – Tier in einen lebenden Körper gelangt. 
Der Verlust von Nutztieren wie Rinder, Pferde, Schafe, Hühner ist seit jahrhunderten bekannt. Er ist seltener geworden, kommt aber immer noch vor. Durch die außer- gewöhnliche Höhe der Flut sind neue Überschwemmungs- gebiete hinzugekommen, die bisher als ungefährlich galten.
Was tun? Die Aufräumarbeiten hatten primär Vorrang. Die Datenlage über toxische Schlamminhalte ist noch unklar. Ergebnisse werden z. Zt. gesammelt. Über besondere Empfehlungen für den hiesigen Raum werden wir dann berichten. Für Nahrungsmittel, die zum Verzehr in den Handel kommen, besteht für die Landwirte und Gartenbaubetriebe eigenverantwortlich Produkthaftung bezüglich der Einhaltung von Höchstgehalten nach der Futtermittelverordnung, was vermehrt beprüft werden soll. Diese gelten somit als ungefährlich. 
Im privaten Garten, auch für eigene Weideflächen gilt der Besitzer, evtl. auch der Pächter, selbst als verantwortlich.
Ansonsten empfiehlt die Landwirtschaftskammer und das Landesamt für Natur-Umwelt und Verbraucherschutz LANUV NRW verschlammtes, niedrig wachsendes Gemüse, Obst, noch stehendes oder liegendes Heu und Getreide primär zu vernichten. Bei wenig überschwemmten Feldern sind Ähren möglichst hoch abzuschneiden und das Stroh zu vernichten. Der Abfall gilt als Sondermüll. Er kann bei Unsicherheit nach Rücksprache mit der Landwirt- schaftskammer evtl. im belasteten Gebiet gemulcht oder verbrannt vergraben oder tief untergepflügt werden. 
Beim zweiten Heuschnitt wird eine Schnitthöhe von 8 cm empfohlen und zuletzt der Rest vor dem Winter niedrig geschnitten verworfen wird. Bei notwendiger jetziger Beweidung auf betroffenen Gebieten mangels schlammfreier Flächen wäre auch bei intakter Grasnarbe vorher eine Beprobung in Eigeninitiative sicherheitshalber zu empfehlen. Bei PH – Bodenwerten kleiner 6,5 wird generell eine Anhebung durch Kalkung empfohlen um die Löslichkeit von Schwermetallen wie Blei zu vermindern.

Für das nächste Frühjahr sind Boden-, Wasser-, Futter- und Nahrungsmittelproben vorgesehen, die genauere Empfehlungen ermöglichen.

Schon jetzt hat das LANUV NRW sehr sachdienliche Antworten auf häufig gestellte Fragen zusammengestellt, allerdings ohne die lokale Bleibelastung zu berücksichtigen. 
Klicken Sie das FAQ unten an um danach die entsprechende Frage und die Antwort zu lesen. Weitere interessante Einzelheiten stehen in den „Handlungsempfehlungen Merkblatt 55.

Link FAQ zur Nutzung landwirtschaftlicher Flächen nach der Überschwemmung

Link Merkblatt 55

KSTA | Link Gefährlicher Schlamm? Gemünder FDP-Politiker fragt Bundesregierung – Antwort ist mau

KSTA | Link Nicht nur sehr hohe Bleiwerte – Flutschlamm ist mit Giftstoffen belastet

WDR | 17.03.2021
Link Mechernich und die Bleibelastung

Mechernicher Bürger reagieren auf die bleibelasteten Böden in eigenen Gärten mit präventiven Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge – „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt“. Auslöser war die Veröffentlichung und breite Verteilung des neuen Merkblattes des Kreises Euskirchen zur Aufklärung der bleibelasteten Böden auf privaten Grundstücken. Achim Blindert vom Kreis Euskirchen bestätigt, dass geprüft werden soll, ob die anfallenden Sanierungskosten, auch für Privatgrundstücksbesitzer, durch Fördermaßnahmen gedeckt werden können. Der Mechernicher Bürgermeister hat für die anstehenden Sanierungskosten städteeigener Kinderspielplätze, in Höhe von ca. 3 – 4 Millionen Euro, 80% an Fördermaßnahmen vom Link Verband für Flächenrecycling und Altlastensanierung einfordern können.

WDR | 15.09.2020 (Text-Meldung)
Link Euskirchen: Broschüre zur Bleibelastungszone Mechernich
In Mechernich und Kall werden ab dieser Woche Bürger informiert, wie sie mit Bleibelastung im Boden umgehen sollen. Der Kreis Euskirchen verteilt Merkblätter an alle Haushalte.

12.07.2020 – Blei-Gutachten und Konzept zur Blei-Gefahrenabwehr wurden am 08.Juli 2020 vorgestellt
Mit Verzögerung wurden die Ergebnisse der Bleibelastungsgutachten von drei Neubaugebieten und 63 Spielplätzen bekannt gegeben. Es gibt Handlungsbedarf. Die grundsätzliche Gefahrenabwehr Blei und der Schutz vor gesundheitlichen Gefahren durch Niedrigbleibelastung in Mechernich sind die Kernthemen.
Nach Inkrafttreten der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung im Jahre 1999, können die Bürger jetzt mit Transparenz und Gesundheitsschutz nach neuesten Maßstäben rechnen.
Die Stadt Mechernich hat die Gutachten auf ihrer Internetseite veröffentlicht. – Hier der Link

15.05.2020 – Blei auf Spielplätzen
42 von 63 Spielplätzen sind mit bleihaltigen Böden belastet und müssen saniert werden. Die Stadt beweist abermals keine Transparenz:  Welche Spielplätze betroffen sind und wie hoch die Prüfwerte liegen oder ggf. überschritten werden, darüber schweigen die Verantwortlichen. Siehe auch:

WDR | Link Blei auf Spielplätzen in Mechernich bei Bodenuntersuchungen festgestellt

KSTA | Link Maßnahmen an 42 Mechernicher Spielplätzen: Kinder sollen möglichst bleifrei toben 

07.03.2020 – Lösungen gibt es schon lange
Warum hat die Stadt Mechernich es in der Vergangenheit versäumt Lösungen zu erarbeiten?
Das Thema Bodenbleibelastung ist nicht neu. Schon lange werden Fördermöglichkeiten aus Landesmitteln bereitgestellt: LANUV Link Digitale Bodenbelastungskarten
Die Stadt Essen gilt als Paradebeispiel. Sie erfasst seit über 30 Jahren schädliche Bodenveränderungen: Link Bodenbelastungskarte für die Stadt Essen

KSTA | 04.03.2020
Link Plangebiet „Auf der Wäsche“ Boden in Mechernich stark mit Blei belastet
Weitere Stadtgebiete sind betroffen. Eine einfache Lösung wird es nicht geben. Beauftragtes Gutachten der Stadt Mechernich muss Antworten liefern.

Link Bebauungsplan 139 „Tagesklinik – Auf der Wäsche“ – S.8 Bleibelastung des Bodens, Auflagen zur Gefahrenabwehr

Hinweis: Die in den Beiträgen dargestellten Sachverhalte entsprechen dem Stand des jeweiligen Datums der Veröffentlichung.